Unser Verein
Chronik der FFw Homberg-Appenrod e.V. - Von der Gründung bis (fast) zur Gegenwart
Seit altersher hat das Sprichwort "Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott" seine Bedeutung und Richtigkeit. Im normalen Ablauf des täglichen Lebens genügt wohl die Selbsthilfe des Einzelnen. In schweren Zeiten jedoch, insbesondere bei Feuersnot und anderen Katastrophen reicht die Kraft des Einzelnen nicht mehr aus und so fanden sich immer Idealisten, die bereit waren, nicht nur sich selbst, sondern in gleichem Maße dem Nächsten zu helfen. Große Katastrophen brachten neben dem Unglück auch immer die schönsten Zeugnisse menschlicher Hilfsbereitschaft.
Erste Zeugnisse des Vorhandenseins einer Feuerwehr in Appenrod finden wir auf einer Bebauungsskizze des Jahres 1862, auf welcher wir ein Spritzenhaus erwähnt finden, welches seinen Standort im Kreuzungsbereich Hauptstraße / Am Waldborn hatte. Dieses Gebäude wurde allerdings im Jahre 1968 abgerissen. Daß trotz Vorsorge eine Brandkatastrophe am 13. August 1885 insgesamt 46 Gebäude, darunter die Kirche, Schule und Bürgermeisterei in Schutt und Asche legte, lag nicht allein an der für heutige Zeiten unvorstellbar dürftigen Ausrüstung (Ledereimer, Einreißhaken und Leitern).
Über den nachfolgenden Zeitraum sind keine Aufzeichnungen vorhanden. Der nächste Brand von dem wir Kenntnis haben, war ein Scheunenbrand am Anwesen K. Enders II.. Als Brandursache wurde Beschuß mit Bordwaffen während eines Fliegerangriffs angegeben. Dieser Luftangriff ereignete sich am 28. Februar 1945. Aus der bis zum 13. Februar 1951 bestehenden Pflichtfeuerwehr wurde auf Anregung des damaligen Kreisbrandmeisters Küster aus Eifa die Freiwillige Feuerwehr Appenrod. In der Gründungsversammlung traten 65 Personen der neu gegründeten Wehr als Mitglied bei. Die durchgeführte Wahl eines Vorstandes ergab folgendes Ergebnis:
Ortsbrandmeister und 1. Vorsitzender: Wilhelm Fleischhauer
Stellvertreter: Hugo Germer
Rechner: Heinrich Kaspar
Beisitzer: Otto Dörr, Karl Enders II., Karl Fleischhauer, Phillip Friedrich
Zur Verbesserung der Ausrüstung wurde im Jahre 1952 eine Motorspritze aus Luftschutzbeständen eines Offenbacher Betriebes angeschafft. Im selben Jahr wurde in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder ein neues Feuerwehr-Gerätehaus in der Maulbacher Straße errichtet. In den darauf folgenden Jahren wurden Bestände an Schlauchmaterial vergrößert und erneuert. Ferner wurden auch verschiedene Ausrüstungsgegenstände angeschafft. Auch wurde die Aus- und Weiterbildung der Wehrmänner durch Entsendung zu Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule in Kassel vorangetrieben.
Am 4. August 1954 eilte man zur nachbarlichen Löschhilfe nach Erbenhausen. Dort kam man neben den Wehren aus Lehrbach, Kirtorf, Nieder-Ofleiden, Homberg (Ohm) und Alsfeld bei einem Großbrand auf dem Anwesen Rudolf Müller zum Einsatz. Im Jahre 1962 wurde die alte Motorspritze wegen technischer Mängel ausgemustert und durch die Neuanschaffung einer Tragkraftspritze TS 8/8 der Firma Ziegler ersetzt. Im Vereinsvorstand wird Karl Lauer zum stellvertretenden Ortsbrandmeister ernannt.
Das Jahr 1966 erbrachte durch das altersbedingte Ausscheiden des langjährigen Ortsbrandmeisters Wilhelm Fleischhauer eine Umstrukturierung des Vereinsvorstandes, welcher wie folgt aussah:
Ortsbrandmeister und 1. Vorsitzender: Karl Lauer
1. Stellvertreter: Werner Kehl
2. Stellvertreter: Georg Birkenstock-Gleiser
Rechner: Heinrich Kaspar
Schriftführer: Georg Schleich
Beisitzer: Kurt Dippell, Karl Enders II., Karl Fleischhauer
Ein Waldbrand war der einzige Ernsteinsatz im Jahre 1967. Am 22. November 1968 unterstützte man die Wehr Erbenhausen bei der Bekämpfung eines Scheunenbrandes am Anwesen R. Becker. Die Anschaffung von noch fehlenden Uniformen und die Beschaffung eines Tragkraftspritzen-Anhängers erfolgte in den Folgejahren.
Im Zuge der Gebietsreform wird Appenrod im Jahr 1973 ein Stadtteil von Homberg (Ohm). Dies führt dazu, daß die Einsatzabteilung nunmehr dem Magistrat der Stadt Homberg (Ohm) untersteht, der Verein Freiwillige Feuerwehr ein selbstständiger Verein wird.Um eine ausreichende Versorgung mit Löschwasser zu gewährleisten wird seitens der Stadt Homberg eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen vom 100 m3 direkt hinter dem Feuerwehr-Gerätehaus angelegt. Die Einweihung dieser findet im Rahmen einer Großübung mit benachbarten Wehren am 4. Mai 1975 statt. Zur Brandbekämpfung am Anwesen F. Glatthaar mußte die Wehr im selben Jahr ausrücken.
Am 21. Juli 1976 half man bei der Brandbekämpfung in Erbenhausen, wo infolge von Heu-Selbstentzündung die Scheune des Anwesens H. Liehr in Flammen stand. Das 25-jährige Bestehen der FFw Appenrod wurde am 23. Juli 1976 mit einem Festzug durch die bunt geschmückten Straßen von Appenrod und anschließendem gemütlichen Beisammensein im Festzelt am Sportplatz gefeiert. An diesem Tag konnten 47 Gründungsmitglieder für 25-jährige Treue zur Feuerwehr geehrt werden.Im Herbst des gleichen Jahres wurde von einigen Feuerwehrkameraden das neu angeschaffte Tragkraftspritzenfahrzeug im Herstellerwerk abgeholt und nach der Ankunft in Appenrod im Rahmen einer kleinen "Sekttaufe" seiner Bestimmung übergeben.
Seinen ersten Ernsteinsatz fährt dieses neue Fahrzeug im Folgejahr 1977, als man auf Anforderung der Stützpunktwehr Homberg (Ohm) zur Löschhilfe bei einem Brand am Anwesen L. Hisserich ausrückt. In der Jahreshauptversammlung am 7. März 1981 tritt der 1. Vorsitzende und Wehrführer Karl Lauer aus Altersgründen zurück. Die anstehenden Neuwahlen ergeben für den Vereinsvorstand folgende Besetzung:
1. Vorsitzender und Wehrführer: Hansgünter Maiß
1. Stellvertreter: Manfred Dippell
2. Stellvertreter: Georg Birkenstock-Gleiser
Rechner: Dieter Stroh
Schriftführer: Walter Maiß
Beisitzer: Norbert Justus, Kurt Dippell, Hartmut Justus, Reinhard Friedrich
In der Folgezeit werden bedingt durch die Ausrüstung der Wehr mit Sprechfunk mehrere Feuerwehrkameraden auf Funklehrgängen geschult. Auch an Grund-, Maschinisten- und Truppführerlehrgängen nehmen Wehrmänner teil. Bei den Um- und Ausbauarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus wird sich seitens der Wehr beteiligt. Ein Fahrzeugbrand entstanden durch Schweißarbeiten wurde im Jahre 1982 durch Wehrmitglieder noch im Entstehungsstadium gelöscht. Am 12. Juni 1983 führte man mit der Stützpunktwehr aus Homberg eine Übung mit dem Ziel der Ölschadensbekämpfung gemeinsam in Appenrod durch.
Am 23. Juni 1985 feierte man in Appenrod den 12. Stadtfeuerwehrtag. Der Sonntagvormittag wurde mit einer Großübung und der sich anschließenden Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Homberg (Ohm) ausgefüllt. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug mit einer großen Anzahl von Fußgruppen und Motivwagen durch die Straßen bis zum Festgelände am Sportplatz.
1987 mußte man zu zwei Einsätzen ausrücken. Dabei handelte es sich um einen Strohballenbrand und einen Scheunenbrand im Ortsbereich. An Anschaffungen standen im gleichen Jahr zwei Handsprechfunkgeräte und elf Einsatzanzüge für die Einsatzabteilung auf dem Plan. Auch der gesellige Teil kam in diesem Jahr nicht zu kurz, denn man folgte einer Einladung des Feuerwehrgeräteherstellers ZIEGLER in Giengen zu einer Werksbesichtigung. Auf dem Rückweg stattete man dem "Auto + Technik Museum" in Sinsheim und dem Frankfurter Apfelweinviertel Sachsenhausen noch einen Besuch ab.
1988 riefen die Sirenen die Wehrleute am 9. August zu einem durch Blitzschlag am Anwesen J. Simmer entstandenen Großbrand, wo man zusammen mit den Wehren aus Erbenhausen, Homberg (Ohm) und Nieder-Ofleiden die Feuerwehrkameraden aus Maulbach bei den Löscharbeiten unterstützte.
Am 12. März 1989 rückte man zu einem PKW-Brand auf der Landstraße in Richtung Erbenhausen aus. An zusätzlichen Ausrüstungsgegenständen wurden zwischenzeitlich von der Wehr ein Schwerschaumrohr mit Zumischer und Schaummittel, ein Suchscheinwerfer, ein Megaphon, fünf Waldbrandpatschen sowie vier Atemschutzgeräte mit Masken angeschafft.
Mit dem Ausbau eines Kellerraumes im Dorfgemeinschaftshaus als Unterrichts- und Versammlungsraum ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Der Ausbau der in Eigenleistung durchgeführt wurde bedeutete für die aktiven und passiven Mitglieder eine riesengroße Arbeitsleistung die in den Herbstmonaten 1991 begann und erst im Februar 1992 mit der offiziellen Einweihung am 21. Februar 1992 endete.
Im Gesamten gesehen, hat sich die Freiwillige Feuerwehr Appenrod seit ihrer Gründung im Jahre 1951 stetig aufwärts entwickelt und ist auch in der heutigen Zeit durch die freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeit ihrer Mitglieder ein Garant für Sicherheit und Schutz bei allen Unglücks- und Katastrophenfällen.
Wie man sicherlich bemerkt endet die Chronik im Jahre 1992 - Dies soll allerdings nicht so bleiben!
Es wird daran gearbeitet auch die letzten Jahre bis zum heutigen Tag noch zusammen zu schreiben…